Deutschland, Österreich, Italien (2019)

Trotz der schönen Wanderstrecke, gibt es am Gardasee leider nicht viel für Hunde. Der Kieselstrand ist auch nicht so toll für die Pfoten, sodass wir versuchten wieder gen Alpen zu fahren. Diese waren allerdings weiterhin mit Schauern bedeckt. So fuhren wir auf gleichem Breitengrad bis Höhe Venedig an die Adria.

Zum Campingplatz Union Lido habe ich eine gespaltene Meinung. Dieser Campingpark (!) hat einen eigenen Dogpark, mit Tierarzt, Hundewiese, Hundepool (ja Pool), sowie einen Hundestrand. Doch bereits bei der Ankunft fühlten wir uns nicht ganz wohl. Die Rezeption gleicht eher einem Drive-in, bei der wir ungläubig angeschaut wurden, da wir ohne eine Reservierung anreisten. Wir machten verständlich, wenn es keinen Platz gäbe, dann fahren wir natürlich weiter. Doch offensichtlich hatten sie in der Nebensaison durchaus ganz viel Platz, sie nehmen nur nicht so gern Gäste ohne Reservierung auf… Die nächsten ungläubigen Blicke fielen, als wir meinten, wir würden zunächst nur eine Nacht bleiben und gerne spontan schauen, ob eine Verlängerung für uns passt. Als sie dann noch unsere Personalausweise behielten und ich diskutierte, dass wir diese umgehend zurück haben möchten, bekam ich nur als Antwort, in Italien reiche auch der Führerschein als Nachweis… Ich blieb hartnäckig und durfte nach 2h, nachdem die Kasse öffnete, unsere Übernachtung bezahlen und bekam unsere Ausweisdokumente schließlich zurück.

Der Campingplatz hingegen war gigantisch, wir hatten wirklich super viel Auswahl (Nebensaison) und das satte Grün der Campingwiese haute mich um!

Camping Union Lido
Lino und ich

Auf der Hundewiese war jedoch leider nichts los. Wir warteten sogar geduldig eine ganze Weile, aber die Menschen mit ihren Hunden, die vorbei kamen, drehten kurzerhand wieder um, als sie uns sahen. Ein deutsches Pärchen mit drei großen Hunden fragte ich dann noch hinter her, ob wir die Kleinen nicht spielen lassen wollen. Da bekam ich nur als Antwort, dass jeder den Platz für sich (allein) max. 15 Minuten hat und die Hunde hier eher nicht zusammen spielen. Da war ich etwas platt!

Keine anderen Hunde weit und breit 😢

Der Hundestrand war leider auch ein schlechter Scherz! Nur 20 Meter breit und Hunde müssen auch dort an die Leine, selbst im Wasser… Jedoch schien es in der Nebensaison kein Problem zu sein, die unbewirtschaftete Fläche neben dem Campingplatz für den Hundespaß zu nutzen – legal war es nicht, den Spaß ließen wir uns trotzdem nicht nehmen. Ein anderer Hund lud dann doch auch mal zum Spielen ein. 🙂

Soooooo viel Platz für uns!!!!

Nach dem Nachmittag am Strand konnte Lino wieder selig schlafen. Seine Positionen wurden immer entspannter. Ob wir genug Platz zum Schlafen hatten? Egal, Lino fühlte sich wohl! 🙂

Fassen wir Camping Union Lido mal so zusammen: das Angebot ist fantastisch – die Kommunikation der Campingplatz Mitarbeiter und wie die Angebote durch die anderen Hundebesitzer genutzt wurden verlief nicht ganz nach unserem Geschmack. Deshalb blieben wir auch nur eine Nacht und fuhren schließlich nach Österreich – Regen hin oder her.

Endlich ab in die Alpen!

In Österreich ging es direkt zu dem Campingplatz, der wohl zu einem der besten Hunde-Campingplätze in ganz Österreich gehört. Camping Rosental Rož bietet drei Hundewiesen, einen Hundeteich, ein Hundefreibad in der Nähe, aber vor allem auch sehr nette Campinggäste mit netten Hunden. Dieser Campingplatz gehört absolut zu unseren Favoriten und natürlich blieben wir hier mehrere Tage! Gleich bei Ankunft durfte Lino mit neuen Freunden flitzen und alle durften hier buddeln!

Lino konzentriert bei der Arbeit

Der Teich lud wieder ein, mit Lino das Schwimmen zu trainieren. Und es wurde sogar ein bisschen besser.

Das war definitiv Urlaub mit Hund, wie wir es uns vorstellten und auch das Wetter spielte in den Tagen sehr gut mit. Wenn es Gewitter gab, dann glücklicherweise nur in der Nacht. Natürlich war der Campingplatz auch nur in der Nebensaison so leer. Trotzdem würden wir jederzeit wieder herkommen!

Campingplatz Rosental Rož – Hunde- & Camperparadies

Am nächsten Tag unternahmen wir eine Wandertour in die nahe gelegene Tscheppaschlucht bis zum sogenanten Meerauge. Der Rückweg erfolgte mit einem Bus, der im Eintrittspreis zur Schlucht (ca. 8 EUR pro Person) enthalten ist. Den Bus konnte man auch an anderen Stationen zuvor nutzen, aber wir wollten bis zum Ende wandern, und das hat sich auch gelohnt!

Tscheppaschlucht – unsere (pinke) Wanderroute

Beim Kauf der Eintrittkarten wurden wir auch noch freundlicher Weise gefragt, ob unser Hund Leitern läuft. Da standen wir etwas erstaunt da. Doch die Leiter entpuppte sich „nur“ als sehr steile Treppe. Dies wäre trotzdem nichts für Hunde, die Angst davor haben. Bei Lino wussten wir es noch nicht, also testeten wir es aus.

Tscheppaschlucht – die Leiter

Lino meisterte diese Leiter mit Bravour! Ich stieg vorneweg, hielt die Leine straf hinter mir, Lino krabbelte auf allen Vieren hoch, schnaufte ab und zu tief ein und aus und mein Freund unterstützte ihn von hinten. Danach war Lino stolz wie Bolle – ok wir haben ihn aber auch kräftig gelobt!

Stolzer Wanderer & Kletterer

Anschließend folgte auch schon das nächste Hindernis, ein Gitterpfad inkl. Hängebrücke über einen Wasserfall. Uns kam sogar eine Frau in unserem Alter zurück entgegen, da sie es sich wohl nicht zutraute. Doch Lino, ohne zu murren, jedoch mit viel Respekt, kämpfte sich da durch!

Die anderen Teile des Weges waren für ihn dagegen kinderleicht.

Am Ende der Schlucht kamen wir auf eine Alpenwiese, wie aus dem Bilderbuch. Dort gab es auch ein Wirtshaus zu dem wir später wieder kamen. Hier war auch die letzte Bushaltestelle auf der Route. Zunächst wollten wir noch weiter zum Meerauge, das wirklich hypnotisierend ist.

Nach dem Meerauge kehrten wir zurück zum Gasthof Sereinig und ließen uns verköstigen, bis ich schließlich den Bus zurück nahm, das Auto holte und meinen Freund und Lino einsackte.

Zurück am Platz durfte sich Lino unserer täglichen Zecken-Untersuchung ergeben, aber das schien er mittlerweile sogar zu genießen.

Suche nach Zecken

Während wir das Essen zubereiteten ließ Lino es sich im Camper gut gehen. Das war ein Tag, an den ich mich jetzt noch gern erinnere!

Am darauf folgenden Tag nahmen wir uns eine weitere Wanderung vor. Dies stellte sich jedoch etwas schwieriger dar. Der Wanderweg um den Wildensteiner Wasserfall (einer der höchsten frei fallenden Wasserfälle Europas) war leider gesperrt, sodass man nur 10 Minuten bis zum Wasserfall selbst und wieder zurück laufen konnte. Diese 10-Minuten-Wanderung war natürlich auch für Unerfahrene attraktiv, sodass dieser Weg total überfüllt war.

Wildensteiner Wasserfall

Also fuhren wir mit dem Auto nach Nord-Kärnten, um da in der Aqua-Raggaschlucht wandern gehen zu können. Wir hätten hier beim Eingang hellhörig werden sollen, als man uns fragte, ob unser Hund laute Wasserfallgeräusche und feuchte Wege gut meistern kann. Angespornt von der Tscheppaschlucht, sagten wir naiver Weise, dass das kein Problem sei. Die ersten Meter waren ja auch kein Problem.

Doch als der Weg glitschiger wurde, wir mit den Schuhen teilweise wegrutschten und man sein eigenes Wort nicht mehr verstand, sind wir in einem Tempo da durch, sodass wir die 1h Wanderung in 30 Minuten erledigt hatten. Lino hatte wirklich extrem viel Respekt, und wir hatten Angst, dass er durch diese Zaunlücken durchfällt, wenn er ausrutschen würde. Trotzdem habe ich einen Moment genutzt, um dieses Naturspektakel mal einzufangen (keine Kamera kann dem jemals gerecht werden!). Ein einzig riesiger Wasserfall, der eine Schlucht ins Felswerk schnitt. Zum Teil konnten wir den Himmel über uns gar nicht mehr sehen.

Aqua-Raggaschlucht

An der Spitze angekommen (der Rückweg verlief über einen Waldpfad) war Lino sichtlich erleichtert.

Aqua-Raggaschlucht check!

Zurück auf dem Campingplatz gab es für Lino Abendbrot, und für uns, wie wir sie taufen, Camping-Pizza, alles zubereitet unter den prüfenden Augen von Lino. 🙂

Am nächsten Tag startete schon unsere Rückreise. Wir fuhren so weit es ging in den Norden und fanden schließlich auf dem Campingplatz Murner See in Bayern eine wirklich tolle Übernachtungsmöglichkeit. Hunde waren hier erlaubt, aber es wurde nichts Spezielles für Hunde angeboten. Und doch war die Umgebung ein kleines Paradies, für Hunde, für Jogger, für Radfahrer und für all die, die Natur mögen.

Der letzte Abend verabschiedete uns mit einem wirklich schönen Sonnenuntergang bevor es am nächsten Tag schließlich nach Hause ging.

Campingplatz Murner See

Der VW Caddy Camper hat es uns so angetan, dass wir nun unseren eigenen designen und basteln werden, um für die nächsten Trips direkt startklar zu sein!

ps. Aus unserem Schwimmtraining ist auch etwas geworden! Lino schwimmt nun – nur einen Monat später (Ende Juni 2019) – wie eine Wasserratte im See umher, als ob er es schon immer konnte.

Schwimmtraining erfolgreich – Lino schwimmt wie eine Wasserratte

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