Wie versprochen möchte ich Euch Anton in einem eigenen Beitrag vorstellen. Anton kam zu uns, weil wir aus einer sehr traurigen Situation etwas Gutes herausholen wollten. Natürlich fiel uns nach Linos Abschied aber auch die Decke auf den Kopf und wir brauchten selbst die Ablenkung! Somit fragten wir bei unserem Verein des Vertrauens, Hunderettung e.V., nach einem Hund, dem wir helfen könnten. Wir konnten uns emotional noch nicht auf einen eigenen neuen Hund einlassen, sodass wir als Pflegestelle einer Fellnase helfen wollten, ein neues zu Hause zu finden. Dass dieses zu Hause dann unseres wurde, ist allein Anton selbst zu verdanken!
Wir erfuhren, dass Anton ganz viele Interessenten hatte, sie jedoch alle Anton bzw. zu diesem Zeitpunkt noch „Percy“ genannt, kennenlernen wollten. Anton wurde mit 3-4 Monaten vorm Tierheim Malta (ja das gleiche Heim, aus dem auch Lino kam) abgegeben. Dort verbrachte er ein knappes Jahr. Warum sich keiner auf Anton aus der Ferne einlassen konnte, verstanden wir nicht ganz. Die Fotos zeigten einen unfassbar fröhlichen und aufgeweckten Pointer-Mischling.


Als wir Anton schließlich vom Flughafen abholten und er etwas verschlafen aus seiner Box schnurr-stracks auf mich zu kam und mit einem Schlappser begrüßte, machten wir uns wirklich keine Sorgen, dass dieser hübsche Bursche hier ein zu Hause finden würde. Auch die Autofahrt an meiner Seite auf der Rückbank war bei Anton Freude pur!

Bei uns zu Hause angekommen, zeigte Anton dann sein ganzes wundervolles Wesen. Er war so unfassbar fröhlich und vermutlich auch dankbar, in der Wohnung, auf und mit uns, aber vor allem auf dem Sofa!



Anton war stubenrein vom ersten Moment an. Rückruf klappte auf Anhieb. Küsschen gab es jede Menge für uns und ohne Schmusen fängt kein Morgen an und hört auch kein Abend auf. Anton war in einigen Dingen gleichauf mit Lino und in anderen Dingen komplett anders. Doch genau dieses Vergleichen mit Lino bestätigte uns, dass wir noch nicht bereit waren und Anton ein zu Hause verdient hat, wo er der König ist!
Nach kurzer Zeit gab es für Anton auch schon Interessenten, und zwar aus unserer eigenen Familie. Als wir ihn dann bei unserer Familie schließlich ließen und verabschiedeten, brauchten wir keine 20 Minuten um zu realisieren, dass Anton sehr wohl Platz in unseren Herzen hatte, wir ihn auch gar nicht als Ersatz für Lino ansahen, und weiterhin über Linos Tod trauern konnten. Doch daneben gab es dieses neue Gefühl für Anton, der uns so unfassbar lieb hatte, und wir ihn, wie wir dann prompt feststellten! Unsere Familie schien dies auch vermutet zu haben und nach einem schluchzenden Anruf, drückten sie uns bei Ankunft Anton sofort wieder in die Arme, und wir drei waren vereint! Es gibt auch ein Happy-End für unsere Familie, aber das würde an dieser Stelle ausarten. Kurze Fassung: zwei Pointer-Rüden, einer davon Anton, haben ein neues zu Hause finden dürfen. ❤️
So da war Anton nun, und endlich konnten wir loslegen, ihn zu verziehen, ganz nach unserem Gusto. 🙃 Im Bett schlafen? Na klar! Obwohl Anton und mein Freund dafür ein paar Wochen bei mir Überzeugungsarbeit leisten mussten.

Natürlich begleitet uns Anton auch überall hin und das freut ihn jedes Mal mächtig – Hauptsache an unserer Seite sein (dafür ist „alleine lassen“ noch so eine Baustelle, an der wir arbeiten, aber langsam)!

So hat er mit uns den neuen und selbst ausgebauten Caddy-Camper „Linomobile“, mit dem wir unsere künftigen Abenteuer erleben wollen, an der Ostsee eingeweiht.



Was soll ich sagen, er hat es geliebt, ganz eng mit uns im Camper zu schlafen! Es hat ihn gar nicht gestresst, sondern viel mehr gefreut! Und so wie Wasser wohl Linos Element war, so ist es bei Anton Sand! Somit gab es neben viel Camping-Kuschel- auch jede Menge Ostseestrand-Flitz- und Renneinheiten. Anton war so unglaublich glücklich und für uns war/ ist es immer wieder schön anzusehen.
Habe ich schon erwähnt, wie sehr er es mag an unserer Seite zu sein? Somit sind auch die Fahrten mit dem ÖPNV absolut kein Problem. Ein wahrer Stadthund entpuppte sich so langsam in ihm.

Auch Bootfahren mit meinen neuen Arbeitskollegen hat er mit Bravour gemeistert, obwohl er von der Schwimmweste nicht so begeistert war. Aber Wasser mag er eben auch noch nicht, sodass ich seine Schwimmfähigkeiten einfach noch nicht einschätzen kann.

Doch auch auf dem Boot mit meinem neuen Team war Anton, trotz nerviger Schwimmweste, wirklich spitzenklasse. Er hat gut gehört, holte sich dort Streicheleinheiten ab, wo es gern gesehen war, und bekam zur Belohnung sogar etwas vom Grill ab! Nach dem Trip bestätigte man uns, dass wir beide eingestellt sind! 💪🏼

Was steht nun also bevor?! Ich hoffe, ab sofort wieder nur von unseren Reisen zu berichten. Der Caddy-Camper ist bereit (obwohl – vom Ausbau des Linomobiles wird es auch noch einen Beitrag geben), und unser nächstes Abenteuer in Schweden startet in Kürze! Anton wird sich um gucken! Von Malta, nach Berlin, bis hoch nach Schweden. Fast ein kleiner Euro-Trip innerhalb eines Jahres für diesen jungen Mann. Und wer weiß wohin es uns sonst noch ziehen wird! 🙂
