Ich liebe Holz! Ich mag die natürliche Maserung, ich mag den Geruch und vor allem mag ich, wie gut man es verarbeiten kann. Doch in einem Minicamper kann die Menge an Holz auch ein ganz schönes Eigengewicht mit sich bringen, das zum einen Benzin frisst und von uns auch noch getragen werden muss, wenn wir das Auto im Winter camperfrei räumen. In verschiedenen Foren wurde ich dann über das Paulowniaholz kundig, und fand es immer interessanter je mehr ich las. Daher sammelte ich in einem Sketch alle Infos zu dieser Holzart.

Eine Info vorneweg: beim Zusammenbau unserer Kisten stellten wir fest, dass die oberen Platten, auf denen wir liegen, nicht aus Paulowniaholz sein sollten, da sich diese zu sehr verbogen – das war uns zu heikel. Nachdem wir also die obersten Platten wieder demontierten (versucht mal Holzleim wieder auseinander zu bekommen… 😩), entschieden wir uns für eine 1,2cm dicke Mulitplexplatte, die bis heute beste Dienste geleistet hat. Insgesamt bin ich aber froh, größtenteils Paulownia verarbeitet zu haben, das macht die Kisten wirklich angenehm leicht zu tragen und zur Saisoneinweihung 2020 stellte ich mit Freude fest, dass sich dieses Holz in der Tat nicht verzogen hat und immer noch so passt, wie am Anfang konstruiert.
Ebenso freute es mich, dass es das Paulowniaholz zum schmalen Taler auch in jedem gut geführten Baumarkt gibt und es gar nicht so exotisch ist, wie ich anfangs befürchtete.

Durch den Wunsch, das Auto auch im Alltag nutzen zu können, ergab sich, dass wir nicht nur eine, sondern zwei Kisten bauten, damit wir diese einfacher aus dem Kofferraum entfernen und tragen konnten – alles andere wäre zu sperrig geworden. Auch ein Steck-Konstrukt aus Balken war für unsere Vorstellungen nicht zu gebrauchen (obwohl dies auch seinen Charme hat, da es an Leichtigkeit nicht zu übertreffen ist), da ich vor hatte, in einer der Kisten ein Schubladenelement als Küchenzeile einzubauen. Es stand also fest, es sollten zwei Kisten entstehen.
Da wir die Rücksitzbank im Fahrzeug lassen wollten, ergab sich für die Kisten, die im Bereich des Kofferraums die Liegefläche bilden, die erste Maßvorgabe: die Module durften maximal so hoch sein, wie die umgeklappten Rücksitze.
Heute würde ich die Maße vermutlich gleich im Baumarkt beim Zuschnitt angeben und mir die fertigen Platten aushändigen lassen.

Damals war ich aber so heiß drauf, alles selbst zu basteln, dass mir die Handkreissäge in der Familie sehr recht kam. Was habe ich nicht alles gesägt und geschliffen – aber immer mit Schutzbrille und Schiebestab! Wir wollen ja nun wirklich keine Sägespäne oder Splitter ins Auge bekommen oder einen Finger absägen.
Natürlich habe ich mich unfassbar gefreut, dass meine Berechnungen aufgingen.
Da die Boxen aber auch etwas Luft nach links und rechts haben sollten, wurde der Rand nochmal fein säuberlich geschliffen. Eine Stelle würde ich heute anders lösen, doch das war damals mit den Längen der Paulowniaplatten leider nicht möglich. Diesen kleinen Rand zum Fahrzeugende würde ich heute auch mit Holz füllen. Eventuell habt ihr da ja bessere Ideen und Herangehensweisen. Ich möchte den Rand nun nicht mit einem extra Stück Holz füllen, sondern hätte das gern in die Kistenkonstruktion mit eingearbeitet.
Nachdem das Holz dann zugeschnitten war, brauchte es natürlich eine Schutzschicht vor Feuchtigkeit, Abrieb und Dellen. Hier verwendete ich das breit empfohlene Hartwachs-Öl von Osmo. Was für Holzfußböden gut ist, ist für unsere Kisten umso besser!
Nachdem das Holz schön getrocknet war, konnte es endlich zusammen gebaut werden. Hierfür verwendeten wir einfache Holzschrauben, Holzleim sowie einen Akkuschrauber. Damit die Schrauben beim Verleimen direkt an der richtigen Stelle landen, bohrten wir die Löcher etwas vor/an und fügten dann den Holzleim auf den Rand. Anschließend zogen wir alles mit dem Akkuschrauber fest.
Bedenkt bitte nochmal, dass die obere Platte nicht Paulowniaholz sein sollte, sondern eher Mulitplex oder ähnlich stabiles.
Nachdem der Leim gut ausgetrocknet war (mind. 2h), konnten die Kisten dann ihren ersten Stresstest mit uns genießen – und sie halten bis heute!

Am Rand der Kisten zur Fahrzeugwand haben wir noch Filzstoffleisten als Schutz ran geklebt. Dies sind gewöhnliche Rutschstopper, die man im Baumarkt für Stühle und Möbel erhält. Das macht dann auch richtig Spaß, wenn man die Kisten für eine neue Saison ins Autos stellt – durch den Filzstoff gleiten sie sehr schön an der Fahrzeugwand entlang.
Dass Anton unseren Camper mag habe ich ja schon angedeutet, aber auch Diego, ein weiterer Familienhund, hat seinen Platz in unserem Camper gleich klar gemacht.

Wer nun meint, damit sei ja das Bettgerüst fertig, der sei gewarnt. Leider müssen wir uns noch das andere Ende, die Lücke zwischen umgeklappter Rücksitzbank und Vordersitzen, anschauen und füllen – dazu der nächste Post: Verlängerung des Betts.














