Heute teile ich endlich wieder einen Reisebericht mit euch! Es wurde etwas ruhig um uns, aber es war nicht weniger langweilig.
Unsere letzte Reise nach Schweden habe ich erst gar nicht aufgeschrieben, denn die Kurzfassung war: Von Berlin über Dänemark nach Schweden, und nach drei Tagen wieder zurück, weil das Wetter sich so schlecht entwickelte und wir nachts schließlich 3 Grad Celsius hatten (ohne Standheizung). Wir nahmen die Nachtfähre von Trelleborg nach Rostock, fuhren in einem Ritt auf die niederländische Insel Texel, die Ende September hoffnungslos überfüllt war. Gerade so haben wir für zwei Nächte einen Stellplatz auf der sonnigen Insel erhalten. Als Anton sich jedoch nach einem Tag die Kralle ungünstig am Strand brach und wir achten mussten, dass da kein Sand ran kam, war der Strand und damit der Urlaub passé. Nach 6 Tagen waren wir also wieder daheim.
Doch nun habe ich wieder schönes Material von unserer Juni-Reise für euch. Unser Urlaub startete am 15.06.2020, genau der Tag an dem die angrenzenden Länder, wie Österreich, wieder ihre Pforten öffneten, nachdem diese durch Covid19 geschlossen waren. Voller Vorfreude, dass wir unseren Urlaub zufällig richtig gelegt hatten, stimmten wir uns auf Österreich ein. Doch es kam mal wieder anders, denn der Wetterbericht sagte von Berlin Richtung Süden über die Alpen hinweg nur Unwetter hervor. Da bereits unser Schweden-Urlaub durch das Wetter negativ geprägt war, entschieden wir kurzerhand, dass wir mit der Ostsee starten und in der zweiten Woche unseres Urlaubs schauen, ob das Wetter besser aussehen würde. Aber nein, wir blieben dem Norden treu, sodass ich euch nun Einblicke unseres Campingerlebnisses mit Hund von Usedom, Rügen und Storkow teilen kann.
Damit Anton es auf unserer Reise maximal bequem hat, packten wir den Raum zwischen Rücksitzbank und Vordersitzen so, dass eine luxuriöse Liegefläche entsteht (da hätte ich gern selbst während der Fahrt gelegen).
Nachdem wir alle im Auto waren, konnte unsere Tour starten.

Wie ich eingangs erwähnte, bestimmte unsere Reise ein Unwetter. Durch dieses mussten wir auch hindurch fahren, und ich muss gestehen, dass das keine Freude war. Hagelkörner in Größe von 2-Euro-Stücken prasselten auf uns herunter. Auf der Autobahn blieben die (teuren) Autos links und rechts unter den schmalen Brücken stehen. Der Rest kroch langsam voran, während ich innerlich alle anbrüllte, zügiger zu fahren, weil es doch am Horizont endlich wieder heller wurde. Ein sehr unangenehmer Auftakt, aber das Linomobil bekam nicht mal eine Beule ab!

So startete unser Urlaub schon sehr aufregend und der erste Campingplatz auf Usedom entpuppte sich auch noch als wahrer Schatz, den ich hier mit euch teile! Allein die Fahrt dahin, lässt niemals vermuten, was ihr dann entdecken werdet. Nandalee-Camping liegt nicht direkt an der Küste und macht es daher auch attraktiv, weil da nicht die typischen Strandurlauber herumlungern. Das Camp erinnerte mich persönlich an ein Surfcamp, wo es im Zentrum einen Community-Bereich mit Musik gibt, begrüßt wurden wir vom Besitzer freundlich aber typisch berlinerisch, gastronomisch konnten wir die großartigsten veganen (!!!) Gerichte genießen (es gibt auch karnivor, aber veganes Essen findet man auf Campingplätzen an der Ostsee halt seltener…), die Rezeption, Duschen und Toiletten erinnerten ein bisschen an Peter Pans Niemalsland – und das wichtigste, wir hatten hier überhaupt keine Probleme mit Hund, solange wir uns an allgemeine Anstandsregeln hielten – sofern Anton nicht streunerte, hatte auch niemand was dagegen, dass wir ihn ohne Leine auf der Parzelle laufen ließen.











Unsere Parzelle war perfekt für uns.

Wir blieben nur zwei Tage, doch die nutzen wir vollends. So genossen wir kleine Wanderungen zur Ostsee zum Hundestrand Bansin, wofür wir pro Richtung ca. eine Stunde benötigten. Und das beste: man hat diese Wanderstrecke bis auf ein paar wenige Fahrradfahrer, für sich allein, da die meisten doch lieber das Auto zum Strand nehmen… Auch der Hundestrand Bansin (wie übrigens überall auf unserer Reise) wirkte fast wie ein Privatstrand.


Am zweiten Tag wollten wir mehr von der Umgebung am Campingplatz entdecken, und liefen durch schmale Wege zwischen Kuhweiden entlang. Ich hatte schon etwas Respekt vor den Mutterkühen mit ihren Kälbern und ob sie Anton irgendwie als Bedrohung sehen würden. Doch am Ende des Weges begrüßte uns ein schöner Wald zum Wandern, sodass wir die Kühe hinter uns lassen konnten.

Auch Anton schien sich auf dem Campingplatz prächtig wohl zu fühlen und hatte durchweg einen total tiefen Schlaf. Am nächsten Morgen gab es leider keinen Brötchenservice, aber dafür konnte ich nun mein neustes Gadget ausprobieren: den Omnia Campingofen. Ich habe mir alle Backmischungen für Pizza, Kuchen und Brot zu Hause vorbereitet, sodass ich vor Ort die trockenen Zutaten nur mit Wasser und ggf. Alsan (Butter) mischen musste. Zum ersten Mal kam unserer Gaskocheraufsatz für den Trangia (Spirituskocher) zum Einsatz, da ich keine Lust auf Ruß auf unserem Essen hatte. An dem Morgen backte ich uns also ein Zwiebelbrot und es ist tatsächlich was geworden (ja ich bin immer noch überrascht und fasziniert zugleich)! Das Rezept habe ich für euch hier festgehalten: Zwiebelbrot.


Zufällig erfuhren wir, dass zwei Freunde von uns auf Rügen zelteten. Dadurch ergab sich unsere nächste Station spontan, aber das liebe ich ja am Campen so! Bevor wir auf die Insel Rügen fuhren, besuchten wir einen weiteren Hundestrand (Koserow), damit Anton vor der Autofahrt auch nochmal auf seine Kosten kam.



Angekommen sind wir schließlich am Naturcamping Alt-Reddevitz und ergatterten neben unseren Freunden einen traumhaften Stellplatz.


Zusammen gingen wir etwas spazieren, Anton fühlte sich sofort wohl und versuchte, Zecken zu sammeln – erfolglos, keine blieb im hohen Gras an ihm hängen, wir wissen bis heute nicht warum.

Nach der kleinen Wanderung backten wir alle zusammen eine Campingpizza. Das war ein fantastisches Erlebnis, da noch nie jemand von uns während des Campings eine Pizza gebacken hat. Die Pizza schmeckte uns auch so gut, dass ich das Rezept gleich mit aller Welt teilte.
Da wir den Urlaub unserer Freunde nicht durch unseren spontanen Aufenthalt weiter beeinflussen wollten (und ich ein riesiges Problem mit stechenden Mücken hatte), sind wir am nächsten Tag wieder zur Insel Usedom. Dort besuchten wir den Naturcampingplatz Usedom. Wir wählten einen Platz direkt unten beim Achterwasser, wo nur kleinere Autos, Campers und Zelte hin konnten. Die Freude war extrem groß, da wir damit den Caravan-Wald hinter uns ließen. Der Stellplatz hatte eine fantastische Aussicht und schon bald gesellten sich Gleichgesinnte zu uns.


Zu den vielen fröhlichen Kindern gehörten leider auch Helikoptermütter, die uns teilweise anschrien, dass Hunde kein Spielzeug seien (richtig) und ständig an die Leine gehören (teile ich nicht die Auffassung). Während Anton an unserer Seite blieb und lediglich am „Strand“ (das war eher eine Kies-Promenade am Achterwasser entlang – außerhalb des Campinggeländes) Freilauf hatte, sahen wir gar nicht ein, dass er dort an die Leine muss. Beim Geschrei der einen Mutti wurde die Geschichte auch immer abstruser, dass eines der Kinder am Vortag von einem Hund gebissen worden sei, was mir zwar leid tut, aber es war eben nicht Anton. Er war nicht mal in der Nähe der Kinder, worauf wir selbst ja auch achteten. Keine Ahnung was das für eine schräge Familie und Freunde waren, jedoch wollten wir dort nicht länger bleiben.
Ebenso sollte das Wetter an der Ostsee für ein paar Tage kippen, sodass wir also wieder ins Land hinein zum Naturcampingplatz am Springsee fuhren. Diesen Platz wollte ich bereits für etwaige Wochenendausflüge besuchen, da er als besonders hundefreundlich gilt. Als wir ankamen, war ich vom Pinienwald und den herunterfallenden Tannenzapfen zunächst nicht begeistert. Doch auch dieser Campingplatz ist ein wahrer Schatz, wenn man nur genauer hinschaut.

Selbst Anton sah man die Freude beim Aufenthalt direkt an. Zwar sollen hier Hunde auch an die Leine, aber der Platzwart grüßte uns immer fröhlich und sagte nie etwas dagegen, wenn Anton an unserem Platz frei umher lief.

Es gibt es auch einen Hundestrand, doch der gleicht eher einer winzigen Bucht, was bei mäßigem Besuch genügt, allerdings kann ich es mir in der Hochsaison schwer vorstellen, dass das ausreichen soll. Um Anton das Schwimmen beizubringen hat es allemal gereicht.
Zum Glück führt vom Campingplatz direkt ein Wanderweg um den Springsee herum. Dieser führt auch unmittelbar an einem Militärgelände vorbei, was irgendwie komisch war, uns aber bestimmt deshalb nachts viel Ruhe bot.



Auf der Wanderstrecke hinter der Brücke (ihr könnt es nicht verfehlen) gibt es eine sehr schöne Stelle, wo Hunde hinein laufen und anschließend auch schwimmen können. Nur auf die Kayakfahrenden solltet ihr etwas achten und natürlich grüßen. An dieser Stelle hat es bei Anton schließlich auch Klick gemacht – seit dem weiß er, wie er und dass er schwimmen kann!
Auch sehr schön ist der Hundeauslauf mit Trainingsgeräten, die wir gleich erfolgreich nutzen konnten.
Auf dem Campingplatz blieben wir eine knappe Woche, weil wir uns so wohl fühlten und unsere Ruhe hatten. Wir mussten nicht ein einziges Mal einkaufen fahren (nächster Supermarkt wäre 15 Minuten mit dem Auto entfernt gewesen), denn unser Proviant reichte gut aus und die Rezeption hatte genau die Sachen, die uns fehlten. Somit konnten wir die Tage vollends entspannen und einfach das machen, wonach uns war, lesen, schlafen, spazieren gehen, Gitarre spielen, kochen und backen – kulinarisch kamen wir keinesfalls zu kurz!


Eines Tages regnete es auch dort und ich hatte große Lust, einen warmen Kuchen zu essen. Welch ein Zufall, dass ich eine Kuchenmischung zu Hause vorbereitet hatte. So konnten wir mit Kaffee und Tee sowie einem Stückchen warmen Kuchen dem prasselnden Regen lauschen.
Nach knapp einer Woche zog es uns wieder an die Küste (denn Österreich hing weiter unter dicken Regen- und Gewitterwolken). Obwohl wir in der Nebensaison unterwegs waren, entdeckten viele Menschen durch Covid19 Camping und auch die Ostsee für sich. So langsam war es gar nicht mehr so einfach, einen Stellplatz zu erhalten – wir mussten vorher bereits wissen, wie lange wir bleiben wollen, was so gar nicht nach unserem Geschmack ist, denn am Camping lieben wir die Spontanität – wenn es toll ist bleiben wir, wenn es oll ist, fahren wir.
Auf dem Campingplatz „Am Dünengelände“ ergatterten wir im hintersten Bereich (dafür extrem ruhig, trotz der Menge an Campern) einen Stellplatz, denn wir konnten uns auf ein Abreisedatum einigen.

Der Campingplatz selbst ist gigantisch, aber bereits als Kind bin ich genau hier in Zempin mit meiner Familie und Freunden gewesen und in Erinnerung schwelgen ist auch was sehr schönes.
Hätte ich am letzten Tag nicht das neu aufgestellte Schild entdeckt, das den Hundestrand in Zempin auf ca. 200m eingrenzt, hätte ich hier geschrieben, dass der Hundestrand von Zempin mit dem Hundestrand von Zinnowitz gigantisch groß wäre (ca. 1km). Doch wie sich am letzten Tag herausstellte, hielten wir uns ganze Zeit im FKK Bereich auf. Ich hatte mich schon gewundert, warum die ganzen Nackedeis bei uns Hundebesitzern liegen. Doch mit oder ohne Schild, niemand hat sich beschwert, in die ein oder andere Richtung und wir haben uns alle gegenseitig akzeptiert.

Ab und zu schlenderten wir nach Zinnowitz, genossen die Meeresbriese und die Sonnenstrahlen. Leider waren die anderen Hunde meistens an der Leine oder nicht gut sozialisiert. Als endlich dann auch mal ein würdiger Spielpartner für Anton entlang gelaufen kam, rundete das den Urlaub ab. Doch so langsam zeigte uns auch Anton, dass der Strandurlaub nun mal enden darf. Zum Wandern gab es auf Usedom leider nicht viel, da sich das meistens mit dem Usedomer Radweg kreuzte, der auch gut genutzt wurde.





Wir sind trotzdem sehr froh, dass wir diese Reise erleben durften, gerade in der aktuellen Zeit und dass wir solch ein Glück mit dem Wetter hatten. Die nächste Reise führt uns hoffentlich endlich in die Berge!
