Hui wie lange ist dieser Beitrag überfällig?! Am 5. September 2020 fand unsere Tour nach Österreich statt und es war wirklich einer der schönsten Urlaube mit Anton! 🤩
Doch ich gestehe, die Pandemie machte mich etwas schreibfaul – jedes Mal wenn ich unseren wundervollen Urlaub festhalten wollte, bekam ich sofort wieder Fernweh und wusste nicht, wie lange wir noch zu Hause bleiben müssen, und dann verging mir die Lust. Eventuell kennt ihr dieses Gefühl.. In weniger als einem Monat geht jedoch schon unsere nächste Reise los, und so langsam beginnt auch die Vorfreude darauf – somit bin ich euch noch diesen Beitrag schuldig, weil er sich wirklich lohnt!
Der Urlaub im September 2020 startete sehr verregnet und versprach auch in den Alpen nichts als Regen – doch da auf Grund verregneter Alpen schon der erste Urlaub 2020 an die Ostsee verlegt wurde, dachten wir uns dieses Mal, das klappt schon irgendwie – Spoiler: wir hatten bis auf der Fahrt und mal bei Nacht überhaupt keinen Regen (Notiz an mich selbst, dass wir uns nicht von der Wetterprognose in den Alpen abschrecken lassen sollten).
Unsere erste Zwischenstation war Camping Lichtenberg im Frankenwald. Dies ist ein kleiner, niedlicher Campingplatz mit wunderschöner, grüner Wiese. Leider mussten wir von den lauten Fernsehgeräuschen anderer Campinggäste zum Eingang des Campingplatzes flüchten, weil wir darauf keine Lust hatten. Das war bestimmt nur ungünstiges Timing, aber TV-Sabbelsender und Natur gehören für uns einfach nicht zusammen. Trotzdem würde ich den Campingplatz für Durchreisende wärmstens empfehlen!
Die kleine Wanderung um den Frankenwaldsee tat uns allen nach 5 Stunden Fahrt auch sehr gut.
Am nächsten Morgen lächelte uns sogar die Sonne entgegen, und erfreulicher Weise gab es keine frischen Brötchen, weil wir schon in der Nebensaison unterwegs waren. Warum ich mich darüber so freute?! Das war DIE Möglichkeit für unseren Camping Ofen von Omina! Ich backte uns kurzerhand ein Zwiebelbrot und der Morgen war komplett! 🙂
Nach der Stärkung ging es weiter. Gerne hätten wir es nach Österreich geschafft, aber wir hielten dann noch ein letztes Mal auf deutscher Seite auf dem Campingplatz Landsberg am Lech. Diesen Campingplatz, nunja, würde ich nicht nochmal zum Durchreisen benutzen. Es war ok, alle waren sehr freundlich, aber ich kam mir eher vor, als wären wir in einer Kleingartensiedlung gelandet – das hat auch seinen Charme, ist aber nicht, wonach ich beim Campen suche.

Die Lage war jedoch sehr schön, denn wir konnten direkt vom Campingplatz aus durch einen kleinen Wald in die Ortschaft schlendern und die niedliche Altstadt begutachten.
Wie ihr an den Bildern eventuell erkennen könnt, ließ der Regen nicht lange auf sich warten, aber zurück am Linomobile waren wir unterm Tarp bestens geschützt und konnten eine Reispfanne in unserem Trangia zaubern.
In der Nacht stürmte ein dickes Unwetter über uns hinweg und am nächsten Morgen versuchten wir so früh wie möglich loszufahren, um dann am neuen Stellplatz etwas mehr Zeit zum Wandern zu haben.

Unser Ziel war Heidi’s Campingplatz in Vorarlberg bzw. genauer Bürserberg. Vor unseren Reisen suche ich immer Campingplätze, bei denen es hoffentlich unproblematisch mit Hunden ist, aber ich reserviere nie, da wir spontan schauen, ob es uns da gefällt, ob wir es an den Tagen dort hin schaffen usw.. Wir riefen ca. eine Stunde vor Ankunft an, um zu erfahren, ob noch etwas frei ist und so langsam schwante uns, was die Pandemie mit den nahen Reisezielen ausmachte: es wurde uns gesagt, für unseren Caddy lässt sich noch ein Plätzchen finden, aber der Rest sei schon ausgebucht…

Unter uns, der uns zugeteilte Platz wirkte gar nicht wie ein Stellplatz und wir mussten uns zusammenreißen, nicht sofort wieder abzureisen – wir hatten auch keine andere Wahl. Doch mit der Zeit verguckten wir uns in den Ort und unser Plätzchen schon so sehr, sodass wir sogar 3-4 Tage blieben – dazu aber gleich noch mehr. Man könnte also sagen, wir verliebten uns in den Campingplatz erst auf den zweiten Blick!

Als wir uns eingerichtet hatten, blickten wir auch mal hinter die Hecke unseres Stellplatzes und wurden mit einer saftig grünen Wiese oder Weide beglückt – das war sowohl für die Abend- als auch Morgenrunden einfach ein Traum an Bergpanorama.

Am Abend unserer Ankunft bereitete ich dann endlich Campingpizza zu – natürlich im Omnia Ofen!
Nach dem üppigen Abendbrot verbrachten wir dann eine ruhige Nacht, um am nächsten Morgen mit Vogelzwitschern und Sonnenschein aufzuwachen.

Die Wanderroute, die wir uns für den Tag aussuchten, sollte uns zur Mondspitze führen (Spoiler: haben wir nie erreicht, aber wir waren sehr nahe). Wir hatten großen Respekt, zwischen Kuhherden zu landen, da es wohl gerade viele Kälber gab, und Mutterkühe bei Hunden keinen Spaß verstehen. Wir fühlten uns stellenweise, als ob wir durch ein Löwengehege liefen: eine*r von uns vorneweg immer Ausschau haltend, der/die andere mit genügend Abstand und Anton an der Leine hinterher. Die Aussicht oben war aber wunderschön! Zum Schluss unserer Wanderung, also zurück im Tal, erfuhren wir schließlich, dass der Weideabtrieb in der Region schon ca. 2-3 Tage her war, sodass wir zwar durch Kuhweiden liefen, aber eigentlich gar keiner Gefahr ausgesetzt waren… All die Nerven umsonst. 😅
Diese kleine 7km Wanderung mit 415 Höhenmetern war aber ein erstes gutes Training für das, was uns noch im Urlaub bevorstand. In der Nacht schliefen wir schon mal besonders gut und tief.
Der nächste Morgen startete mit etwas Entspannung auf der Wiese hinter unserem Stellplatz.

Nachdem wir durch den Vortag langsam in Wanderstimmung gekommen sind, sollte es am darauffolgenden Tag direkt zum Loischkopf gehen – und das war ein kleines Abenteuer für sich, da die Wanderroute entlang bzw. quer durch einen Mountainbike Park lief.
Die Spitze des Loischkopfs war auch den Mountainbikern vorenthalten, sodass wir dann im Restaurant Frööd unseren kleinen Erfolg (dieses Mal hatten wir unser Ziel ja erreicht) feierten; 13km und 650 Höhenmeter legten wir an dem Tag insgesamt zurück. Hier oben am Restaurant waren die Kühe allerdings noch auf der Alm und somit durften wir das Kuhglocken-Konzert genießen und uns fragen, wie wir an den Kuhherden auf dem Rückweg unbeschadet vorbei kommen.
Auf unserem Rückweg nach unten wollten wir natürlich (!) einen anderen Weg nehmen und haben uns hoffnungslos verloren – ca. eine Stunde irrten wir unbeholfen durch Wald und Wiesen. Da bringen dir Handy und Maps nichts, wenn du keinen Empfang hast, und vorab auch die Karten nicht herunter geladen hast. Doch mit der Zeit entwickelten wir schon kleine Überlebensinstinkte. Wir suchten krampfhaft nach einem Weg/ Trampelpfad/ Waldstraße, damit diese uns dann irgendwie zurück in die Zivilisation führen konnte. Mit mehr Schwein als Verstand fanden wir schließlich einen Weg, der durch Zufall auch wirklich unser Rückweg ohne Umwege sein sollte.

Zurück am Campingplatz brauchten wir Vitamine und Flüssigkeit, also gab es Gemüsesuppe, um den Tag abzuschließen.
Anschließend fielen wir sofort ins Bett, wobei Anton von uns allen wohl am fertigsten war! Am nächsten Morgen starteten wir auch ganz gemütlich, da unsere Beine vom Vortag immer noch müde waren.
Leider mussten wir an dem Tag abreisen, da unser Platz schon wieder verbucht war und ich entdeckte erst zu diesem Zeitpunkt, dass wir den letzten Campingplatz vor dem berühmten Lünersee gefunden hatten (näher kommt man da als Camper gar nicht ran). Wie konnte ich das übersehen? Na, die Entscheidung war aber ganz einfach: wir müssen wohl wieder kommen! 🙂
Ich versuchte, auf verschiedensten Campingplätzen noch ein Fleckchen für uns zu finden, aber es war verrückt, sämtliche Plätze waren ausgebucht! Doch beim Seecamping Appesbach am Wolfgangsee konnte ich online glücklicherweise noch ein letztes Plätzchen für uns reservieren. Somit fuhren wir von Arlberg (Westen) quer durch Österreich zum Wolfgangsee (Mitte).

Diesen Tag verbrachten wir also einfach nur mit fahren und ab und zu Beine strecken. Am Abend gönnten wir uns dann einen hausgemachten Burger.
Anschließend brauchten wir einen Verdauungsspaziergang und entdeckten den Campingplatz.
Wir hatten einen Stellplatz zwischen den Dauercampern, aber die Wiese neben dem Campingplatz, der Zugang zum Wolfgangsee selbst und die Ruhe, die wir hatten, gefielen uns sehr. Auch eine kleine Anekdote: beim Aufbau unseres Tarps stellten wir uns so geschickt an, dass die älteren Herren der umliegenden Parzellen das nicht länger mit angucken konnten und uns netterweise die Stangen hielten, sodass wir alles festzurren konnten. Diese Herren wurden später Antons beste Freunde, weil es dort regelmäßig Äpfel und Karotten gab.
Am nächsten Tag wollten wir unbedingt wieder wandern gehen, da der Vortrag ja größtenteils nur aus der Autofahrt bestand. Wir liefen also vom Campingplatz bis zum Zentrum von St. Wolfgang und holten uns eine Wanderkarte.

Die erste Route stand kurzerhand auch fest: wir wollten zum Schwarzensee – eine Route von ca. 15km und 415 Höhenmetern. Der Weg zum Schwarzensee lief auch ohne Probleme und war ein sehr schöner und größtenteils schattiger Weg durch den Wald. Am See selbst stärkten wir uns dann in Lore’s Wirtshaus (ist irgendwie gemütlicher und freundlicher als das direkt daneben liegende Almstadl Schwarzensee). Für den Rückweg mussten wir natürlich wieder eine andere Route wählen. Aufmerksame Leser*innen erinnern sich, dass wir schon ein paar Tage zuvor damit Spaß hatten. Und tatsächlich verliefen wir uns wieder haushoch, dieses Mal hatten wir aber eine Wanderkarte und Handyempfang – ich weiß nicht was schlimmer ist! 😂 Allerdings irrten wir nur 30 Minuten umher, bis wir wieder auf dem Hauptweg landeten.
Am Campingplatz zurück war dann Erholungsprogramm am See angesagt und am Abend ließen wir uns im Restaurant auf dem Campingplatz verköstigen.
Zwischendurch fand sich dann auch mal Zeit, Wäsche zu waschen, denn wir versuchen immer sehr wenig Sachen mitzunehmen. Auch mussten wir einen neuen Campingplatz finden, denn wir durften nur noch einen Tag bleiben. Aber die Suche war hoffnungslos, denn alle Campingplätze, die wir abfragten, waren komplett ausgebucht. Also fragte ich beim Seecamping Appesbach an, ob wir länger bleiben dürften, wir würden auch auf einen anderen Platz umziehen, hauptsache wir können noch ein paar Tage verweilen und der Urlaub wäre nicht schon vorbei – denn das wäre die einzige Alternative gewesen. Leider sah es nicht gut aus, aber sie wollten noch schauen, was sich machen lässt.

Nach diesem halbwegs ruhigen Tag nahmen wir uns für den vermeintlich letzten Tag die längste Wanderung unseres ganzen Urlaubs vor – und ja wir haben auf der Strecke alle geflucht, ich glaube auch Anton! Es sollte zum Schafberg hoch hinaus gehen und planmäßig mit der Schafbergbahn wieder zurück. Zum Schluss liefen wir den Schafberg hoch und wieder runter, sodass wir insgesamt 22km und 1.262 Höhenmeter zurücklegten.
Die Wanderung startete sehr früh. Wir unterschätzten jedoch, was es bedeutete 3,5 Stunden nur bergauf zu laufen. Normalerweise verlaufen unsere Wanderungen so, dass es etwas hoch geht, dann hat man mal wieder ein Feld, Wiese oder andere gerade Strecken und dann folgt wieder ein Anstieg. 1.262 Höhenmeter wollen aber irgendwie zurückgelegt werden, sodass die ganze Strecke nur bergauf verlief – sollte jemand Probleme mit Kondition oder Herzen haben, würde ich diese Route nicht empfehlen. Alle anderen: macht mal was für eure Beine! 😀
Wir hielten immer mal wieder an, um die Aussicht zu genießen, das war schon gigantisch!
Oben angekommen waren wir stolz wie Bolle und zugleich extrem genervt! Ich erwähnte doch diese Schafbergbahn. Nunja, während wir 3,5 Stunden hoch wanderten, ließen sich sehr, sehr viele Menschen mit dem Zug hoch ziehen, sprich die Gastronomie da oben boomte, aber wenn man extrem durstig und nach solch einer Wanderung gern etwas trinken und essen wollte, dann musste man teilweise 30-40 Minuten in Schlange stehen. Da unsere Beine aber müde genug waren, hatten wir diese Zeit und fanden schließlich ein Plätzchen, um uns zu stärken.
Die Aussicht vom Schafberg auf die drei umliegenden Seen hatte es auch in sich, ich verstand schon, warum so viele Menschen interessiert waren, aber ich finde schon, dass sie etwas schummelten!


Wir hatten uns ja vorgenommen mit der Schafbergbahn zurück zu fahren, unserer Auffassung hatten wir uns das auch verdient. Anton hatten wir extra an den Maulkorb trainiert, weil im österreichischem ÖPNV, somit auch der Schafbergbahn, Hunde Maulkörbe zu tragen haben. Allerdings waren uns 70 EUR für die Fahrt nach unten schlichtweg zu teuer. Auch war uns der Zug (wir waren ja im September 2020 mitten in einer Pandemie) viel zu voll, sodass wir entschieden den ganzen Weg wieder zurück zu laufen (und dieses Mal keine Sonderwege, sondern exakt die gleiche Route wieder zurück)!
Während des Rückwegs versuchten wir, die entgegenkommenden Menschen zu motivieren, die nur noch ihre letzten Meter nach oben vor sich hatten, aber ebenso wie wir zuvor, ganz schön fluchten über diesen Anstieg. Parallel diskutierten wir, was für ein schönes Abendbrot wir uns von den 70 EUR leisten werden, die wir bei der Schafbergbahn nicht ausgeben mussten und wie sehr wir uns das Festmahl dann auch verdient haben werden – das steigerte die Laune ungemein! 🙂
Am Platz gab es dann erstmal Futter und Trinken für Anton und die beste Nachricht vom Tag für uns: wir durften auf unserem Stellplatz noch zwei Tage bleiben! 🥳 Wir ließen uns am Abend im Restaurant verwöhnen (70 EUR kostete es trotzdem nicht 🙈) und fielen anschließend nur noch ins Bett.
Ich hoffe, es erübrigt sich zu erwähnen, dass wir die nächsten zwei Tage komplett ruhig angingen. Unsere Beine konnten und wollten einfach nicht mehr und Anton streckte seine Beinchen auch lieber von sich – wir waren schon Gesprächsthema auf dem Platz, weil Anton einfach so cool und entspannt (oder einfach nur fertig) war! Mit Sonne auf dem Bauch ist das Leben einfach am schönsten!
Ich selbst genoß den Wolfgangsee zum Abkühlen – das türkis-blaue Wasser war einfach so wunderbar klar.

Und wie das so ist, wenn man mit Hund unterwegs ist, trifft man auch andere Hundebesitzer*innen, sodass unsere Wauzis auf der Wiese flitzten und wir ins Gespräch kamen. An diesem Ruhetag boten sie uns auch an, dass wir mal ihr SUP (Standup Paddle) benutzen durften, womit ich schon lange Zeit geliebäugelt hatte, ob man sich sowas nicht mal ausleihen und mit Anton testen kann. Also überlegten wir nicht lange, und nahmen das Angebot sehr dankend an. ❤️
Zunächst fuhren wir allein, um erstmal ein Gefühl zu bekommen und um Anton zu zeigen, dass wir wissen, was wir da machen! Dabei konnte ich auch filmen, wie Anton schwimmt, was mich immer noch jedes Mal begeistert zu sehen!
Dann versuchten wir ihn auf das SUP zu locken. Er machte es zwar mit, aber man sieht, dass es ihm nicht ganz geheuer war.
Als wir entschieden, dass Anton halt am Ufer liegen bleiben kann, weil er offensichtlich kein großer Fan vom SUP war und wir beide zusammen auf den See paddelten, da konnten wir gar nicht so schnell gucken, wir er uns über den See hinterher geschwommen ist! SUP ist voll doof, aber komplett alleine zurück bleiben ist wohl noch etwas doofer! 😂 Dabei entstand dann auch dieses Familienportrait. ❤️

Das war dann auch das letzte Highlight bevor es dann am Mittwoch nach nur zehn Tagen in einem acht Stunden Ritt wieder nach Berlin ging. Aber immerhin durften wir den Urlaub so schön ausklingen lassen.
Ratet, wer jetzt ein SUP besitzt und wer sich schon mal damit anfreunden kann?! 😅























































