Endlich war es so weit, unser erster gemeinsamer Campingtrip mit Lino!!! Mitte Mai 2019 sollte unsere Reise starten. Der ursprüngliche Plan sah zelten in Slowenien und Österreich vor, doch dort hing genau in den zwei Wochen eine fiese Regenwolke drüber. Plan B ergab dann Südfrankreich und die Provence, da es dort nicht regnen sollte und die Franzosen sehr hundefreundlich sind. Leider machte unsere Tierärztin einen Strich durch die Rechnung, denn Lino war immer noch nicht ganz fit und die Sandmücken aus dem afrikanischen Raum hatten es bis nach Südfrankreich geschafft. Selbst Campingplätze warnten vor dieser Mückenart, deren Stiche üble Krankheiten für Hunde mit sich brachten.
Also musste ein Plan C her und wir mieteten eine Woche vor Abreise einen VW Caddy Camper über Paul Camper, Palmela. Endlich konnte die Reise gemütlich starten – egal wohin!
Lino entwickelte sich bei dieser Reise vom Wachhund, über Entdecker bis hin zum besten Roadtrip Buddy, den man sich vorstellen kann. Ihr werdet diese Entwicklung auch auf den Bildern sehr gut nachempfinden können. Auch das Schwimmen beherrscht her nun seit dem Training in diesem Urlaub.
Während wir genau wussten, welches Campingequipment mitgenommen werden soll, war für uns das Hundeequipment völliges Neuland! Die wichtigsten Dinge für Lino waren das Futter und die Hundereiseapotheke, mit Zeckenzange, Spot-on, Bandagen und Desinfizierungsspray.

Der VW Caddy Camper bot nebst viel Stauraum auch eine riesige Liegefläche für Lino während unserer Fahrten. Festgeschnallt wurde er mittels Karabiner an die beiden Gurte links und rechts und an sein Geschirr.

Endlich konnten wir nach Richtung Österreich starten, wo es die tollsten Campingplätze mit und für Hunde gibt. In Berlin hatte Lino manchmal noch so seine Phasen, uns während der Autofahrt ins Ohr zu jaulen. Wir schlauen Füchse waren jedoch darauf vorbereitet und mussten lediglich eine Stunde mit Ohropax sein Leiden ertragen, danach war er der beste Roadtrip-Buddy und seit jeher gab es nie wieder einen Mucks beim Fahren – auch nicht zu Hause! 🙂
Das erste Etappenziel war der bayerische Campingplatz Sippelmühle. Dieser sollte eine großzügige Hundewiese haben, was Lino bestimmt nach 5-6 Stunden Autofahrt nötige hatte. Die Wiese war in der Tat großzügig doch leider direkt an der Straße ohne Zaun, was unser Chaot leider noch nicht versteht. Somit ließen wir ihn dort kurz an der Schleppleine flitzen, da auch keine anderen Hunde anwesend waren. Zurück am Platz bauten wir unser Lager auf und Lino übernahm die Rolle des Wachhundes. In einem Moment ließ er sich leider so weit ablenken bzw. durch eine fremde Person in Rage bringen, dass er unser komplettes Tarp mit seiner Leine weg zog. Juchei – unser erster Tag beim Campen, das konnte doch nur besser werden?!

Nachdem wir wieder alles aufgebaut hatten und Lino an die kurze Leine nahmen, konnten wir in Ruhe das Abendbrot zubereiten und was kann es einfacheres und leckeres geben als Pasta!


Anschließend bereiteten wir so langsam unser Nachtlager vor. Wir schliefen direkt im Caddy, da wir uns erhofften, dass die Außengeräusche für Lino nicht ganz so hörbar sind und er etwas entspannen kann. Doch leider fiel ihm das Einschlafen sehr schwer. Man sah es ihm richtig an, er war sehr müde, wagte es aber nicht, sich schlafen zu legen. Irgendwann siegte die Müdigkeit dann doch.

Die Nacht war sehr kühl und Lino immer mal wieder wach, doch am nächsten Morgen schien er sich an das neue „zu Hause“ gewöhnt zu haben. Spätestens beim Frühstück war er wieder ganz der Alte!

Beim Frühstück besprachen wir unsere nächste Station und diese sollte gar nicht so weit entfernt sein. Wir fuhren zum Strandcamping Waging am See, ebenfalls in Bayern. Hier gibt es wirklich sehr viel für das Hundeherz: Einen eingezäunten Agility-Platz, eine ebenso eingezäunte, sehr große und grüne Hundewiese sowie ein eigener Hundestrand. Nun konnte er auch wieder mit anderen Fellnasen flitzen. Die Freude sah man ihm richtig an!


Am Hundestrand fing ich das erste Mal an, tiefer ins Wasser zu gehen, um Lino zum Schwimmen zu motivieren. Das Ergebnis war eher ein hektisches Geplansche und er wurde auch recht schnell müde. Doch Übung macht den Meister!


Unser Stellplatz hier war eigentlich viel offener als am Vortag, doch Lino gewöhnte sich wohl so langsam an die wechselnden Umgebungen und konnte hier etwas mehr entspannen. Passanten versuchte er trotzdem klar zu machen, dass sie nicht näher kommen sollen, aber das haben wir ihm langsam abgewöhnt. Die Hunde sowie Besitzer auf der Hundewiese und dem Agilityplatz waren alle sehr angenehm, sodass Lino vermutlich deshalb so friedlich am Abend einschlief.

Leider sollten die darauf folgenden Tage in Bayern, ganz Österreich und Slowenien nur regnerisch wenn nicht sogar sintflutartig werden. Wir überlegten lange und recherchierten viel und am nächsten Morgen fiel die Entscheidung: die Reise führte weiter nach Italien. Ich denke, Lino war bei der Abreise auch etwas bedrückt.

In Italien peilten wir zunächst Bozen an, fuhren dann jedoch weiter zum Gardasee an der südwestlichen Seite zum Camping Piantelle. Dank des unbeständigen Wetters gab es noch viele Stellplätze direkt mit Aussicht auf den See, doch nirgends zahlten wir so viel wie hier.

Trotzdem versuchten wir das Beste daraus zu machen. Es nieselte zwar, aber das war kein Vergleich zu den Schauern in den Alpen. Also machten wir mit Lino die Umgebung unsicher. Der ca. 1,5km entfernte Hundestrand in dieser Gegend ist eher ein Witz, aber die Hunde dürfen von 19-6 Uhr auch an allen anderen Stellen ins Wasser – immerhin.



Zurück am Lager gönnten wir uns nach der Entdeckungstour einen warmen Tee.

Erfreulicherweise durften wir Lino mit ins Restaurant, direkt auf dem Campingplatz, nehmen, sodass wir am Abend leckere italienische Pizzen mit ein paar Gläschen Weißwein im Warmen genießen konnten.

Auch hier war die Nacht mit Lino sehr entspannt. Er fing so langsam an mit uns in den verrücktesten Posen zu kuscheln.

Wir entdeckten ein paar nette Wanderstrecken am Gardasee, über die ich wirklich positiv überrascht war. Am nächsten Tag machten wir uns also auf zum Aer an der Tignale (allein der Weg mit dem Auto dahin ist Abenteuer pur!).

Da wir uns mehrmals für insgesamt eine Stunde verliefen, hier mein Tipp für euch: achtet auf die gelben Kreise mit Pfeilmarkierung, dann kommt ihr auch beim richtigen Wanderweg an.

Die restlichen Bilder möchte ich einfach wortlos zeigen, da der Weg sowie die Wasserfälle und -stellen einfach wunderschön waren! Das es so etwas in der Nähe vom Gardasee gibt, hätte ich im Leben nicht gedacht. Kurioserweise waren hier ganz wenige Menschen, während die Strände überfüllt waren.





Zurück am Auto nach ca. 1.5h mussten wir uns von der sengenden Mittagssonne, die sich dann blicken ließ, erst ein Mal erholen.

Die Sonne begleitete uns bis zum Campingplatz zurück, sodass wir uns einfach mit guten italienischen Produkten (vor allem Olivenöl) eindeckten und den Nachmittag ala Dolce Vita mit unserer schönen Aussicht verbrachten.


Wie die Reise weiter geht, liest Du auf Seite 2